THC-Herren zeigen beim 7:7 gegen den Topfavoriten SW Köln die beste Saisonleistung

Sie wollten Spaß und sie hatten Spaß! Die THC-Herren standen schon vor dem letzten Spieltag als Absteiger aus der 2. Bundesliga Gruppe West fest. Aber gegen SW Köln wollten sie sich nochmal teuer verkaufen, den Gegner ärgern und sich vor allem mit Spaß von der dreijährigen Zweitligazugehörigkeit verabschieden. Ganz anders die Gastgeber aus dem Kölner Norden: vor Saisonbeginn noch als Topfavorit auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga, hatte SWK nach einer durchwachsenen Rückrunde bei einem Ausrutscher des gleichzeitig spielenden Gladbacher HTC noch die Chance dieses Ziel doch noch zu erreichen.  

Personell musste Coach Marc Boden improvisieren: für den an der Schulter verletzten Stammtorhüter Jan Mertens lief Yannick Johanns auf, der ebenso wie Linus Tenckhoff sein Bundesligadebut gab, der den beruflich verhinderten Tobias Scheibe vertreten musste. Immerhin konnte Matthias Dhein nach überstandener Krankheit wieder mitwirken.

Die Domstädter begannen wie man es von einer Mannschaft, die noch aufsteigen will, erwarten kann: durch starkes Pressing unmittelbar vor dem THC-Strafraum wollten die Schwarz-Weißen ihren Konkurrenten gleich das Fürchten lehren. Aber anders als in den 11 Meisterschaftsspielen zuvor gingen diesmal überraschend die Gladbacher in Front. Das 1:0 gelang in der 3. Minute Nicolas Külschbach, was die Hausherren vollkommen verunsicherte. Bis zur 10. Minute bauten die Rot-Weißen dann ihre Führung durch Lasse Hollweg und abermals Nicolas Külschbach auf 3:0 aus. In der Hockeyhalle am Niehler Hafen breitete sich unter dem 300 SW-Anhängern lähmendes Entsetzen aus und bei den THC-Fans keimten Erinnerungen an den legendären 22. Dezember 2017 auf, als man den Kölnern mit einem 6:4-Auswärtssieg die Weihnachtsfeier verdarb. Aber langsam aber sicher fand SWK zurück zu seinem Spiel. Die Gladbacher gerieten zusehends unter Druck und die 5. kurze Ecke der Gastgeber in der 23.Minute brachte dann den 3:3-Ausgleich. Jetzt war wieder alles auf Anfang gestellt und die Kölner drängten mit Wut im Bauch auf die erstmalige Führung in diesem Spiel. Mit Kampfkraft und einem gut aufgelegten Yannick Johanns hielt der Tabellenletzte dagegen, konnte aber das 3:5 zur Halbzeit nicht verhindern.

SW wollte in den zweiten 30 Minuten weitermachen, wo man vor der Pause aufgehört hatte. Das 6:3 unmittelbar nach dem Wiederanpfiff ließ dies auch vermuten. In der 36. Minute bekam der THC dann seine erste kurze Ecke zugesprochen, aber keiner der üblichen Strafschützen war diesmal auf dem Platz. So musste Jan-Eric Scherbarth ran und er machte seine Sache großartig und markierte das 4:6 in Minute 36. Die folgenden 10 Minuten ohne Treffer auf beiden Seiten könnten vermuten das Spiel plätscherte fortan dahin: das Gegenteil war der Fall. Beide Teams suchten den offenen Fight und spielten auf Sieg. Auf Gladbacher Seite gefiel der wie immer quirlige Moritz Külschbach und auch der 19-jährige Linus Tenckhoff spielte vollkommen unbekümmert mit und gab einen vorzüglichen Einstand. Der Doppelschlag von Jan-Eric Scherbarth und Matthias Dhein in der 46. und 47.Minute brachte schließlich den 6:6-Ausgleich. SWK nahm nun den Keeper vom Platz um die drohende Blamage gegen den Absteiger daheim nicht gewinnen zu können noch abzuwehren. Das 7:6 des viermal erfolgreichen Sebastian Lehrke brachte die Kölner zunächst wieder auf die Siegerstraße, aber Jan-Eric Scherbarth stellte mit seinem dritten Treffer des Tages den verdienten 7:7-Endstand her.

In die Freude um den unerwarteten Punktgewinn bei SW Köln, deren Ambitionen sicher höher gewesen sein dürften als der letztliche zweite Tabellenplatz, mischte sich bei den THC’lern nun auch Wehmut um die nun zu Ende gegangene dreijährige Bundesligazeit. „Das war unser mit Abstand bestes Saisonspiel heute. Hätten wir von dieser Spielfreude und dieser Leidenschaft vor allem in der Rückrunde mehr abrufen können, der Abstieg wäre vermeidbar gewesen“, bilanzierte Trainer Mark Boden unmittelbar nach dem Abpfiff. „Aber es war der perfekte Abschluss der Saison. Das heutige Spiel sollten wir im Gedächtnis behalten, wenn wir im Winter in der 1. Regionalliga den direkten Bundesliga-Wiederaufstieg anpeilen.“

Kader: Yannick Johanns – Linus Tenckhoff / Tim Engels / Jeremias Pütz / Daniel Franken – Matthias Dhein (1) / Nicolas Külschbach (2) – Leonard Mombauer / Jan Eric Scherbarth (3) / Lasse Hollweg (1) / Lennart Hollweg

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