THC-Abstieg aufgrund des schlechteren Torverhältnisses

Nach dem Unentschieden am letzten Spieltag beim Tabellenführer und Regionalligaaufsteiger Aachener HC hatte sich der THC RW Bergisch Gladbach nochmals eine theoretische Chance erarbeitet doch noch den Oberligaverbleib zu sichern. Dazu hätte der Tabellenletzte allerdings im Sonntagsduell beim Vorletzten Düsseldorfer HC 2 einen Sieg mit einer Vier-Tore-Differenz einfahren müssen.

Das Trainergespann Thomas Dissmann und Christoph Dolch hatte die Rot-Weißen wieder hervorragend eingestellt, weshalb sie unmittelbar nach dem Anpfiff die Initiative übernahmen und die Düsseldorfer schon gleich im eigenen Strafraum attackierten. Das 1:0 der Bergischen durch den sehr engagierten Nico Külschbach in Spielminute 6 war die logische Konsequenz. Die Freude über die frühe THC-Führung währte jedoch nur kurz, denn die Landeshauptstädter wussten ihre erste kurze Ecke drei Minuten später zum Ausgleich zu nutzen. Mitte der ersten Hälfte flachte dann das Spiel auf beiden Seiten ab, ehe sich die Gäste ab der 20.Minute noch einmal auf ihre eigentliche Mission bedachten und zu einem Powerplay ansetzen, bei dem sich besonders Jan Eric Scherbarth durch ein hohes Laufpensum hervortat. Allerdings sprangen für den Tabellenachten nicht mehr wie zwei Aluminiumtreffer dabei heraus.

Ähnlich schwungvoll starteten die Gladbacher in den zweiten 35 Minuten. Eine wundervolle Kontersituation über Nico Külschbach schloss Lennart Hollweg im Hechtsprung zur 2:1-Führung ab. Analog zur 1.Halbzeit war es aber wieder eine verwandelte kurze Ecke des DHC, die die Bergischen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbrachte. Geschockt durch diesen Nackenschlag verlor der THC nun etwas die Konzentration, musste durch diese Nachlässigkeit das erste Feldtor des Gastgebers und mit dem 2:3 den ersten Rückstand der Partie hinnehmen. Damit sanken die Chancen auf das Wunder von Düsseldorf aus Gladbacher Sicht natürlich auf ein Minimum, aber nun fühlten sich die THC’ler in ihrer Ehre angegriffen und wollten sowohl dieses Spiel und wie auch die gesamte Oberligasaison mit Würde zu Ende zu bringen. Die Rot-Weißen warfen jetzt alles in die Waagschale und egalisierten durch Jeremias Pütz in der 58.Minute zum 3:3, ehe Leon Hox und Jan Ohligschläger die Gladbacher erstmals mit zwei Treffern in Front brachten. Nun setzte die Trainerbank alles auf eine Karte und wechselte Keeper Hendrik Richter zugunsten eines elften Feldspielers ein. Aber leider stach dieses As nicht, denn die so entblößte THC-Defensive fing sich nochmals einen Konter zum 5:4-Endstand ein und somit war der Abstieg in die Verbandsliga bei gleichem Punktestand, aber schlechterem Torverhältnis im Vergleich zum Düsseldorfer HC 2 besiegelt.

Nach dem Aufstieg der THC-Herren im Februar in die 2.Hallen-Bundesliga nun vier Monate später in der Feldsaison der Abstieg in die fünftklassige Verbandsliga. Auch wenn diese Erkenntnis aufgrund der Ausgangslage vor dem letzten Spieltag nicht allzu überraschen konnte, war Coach Thomas Dissmann sichtlich um Fassung bemüht. „Dieser Abstieg ist ganz bitter. Die Niederlage gegen einen schwachen SW Bonn am neunten Spieltag war sicherlich unser leistungsmäßiger Tiefpunkt. Aber von da an haben wir uns spielerisch immer mehr gesteigert und in den folgenden fünf Spielen nur noch eine einzige Partie verloren“. Erschwerend kam hinzu, dass die Mannschaft seit dem Bonn-Spiel verletzungsbedingt neben Kapitän Felix Jarosch immer wieder auch auf andere Leistungsträger verzichten musste. „Aber ich muss meinem Team ein ganz großes Kompliment machen. Die Leistung heute war sehr gut und kämpferisch geradezu vorbildlich, darauf können wir für die Zukunft aufbauen“, ergänzte der Cheftrainer mit Blick auf das Düsseldorf-Spiel, bevor er sich mit einem Augenzwinkern Richtung Clubhaus aufmachte um gemeinsam mit seiner Mannschaft die zweite Halbzeit des Deutschland-Spiel zu schauen. „Wir sind wohl der beste Absteiger aller Zeiten …“

Kader:
H. Richter – N. Dreschke / T. Scheibe / D. Franken / L. Mombauer / M. Boden – T. Engels / L. Hox (1) / J. Ohligschläger / J. Pütz (1) / B. Engels / – J. Ohligschläger (1) / N. Külschbach (1) / L. Hollweg (1) / J. E. Scherbarth

Georg Dhein

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