Eröffnungsturnier der Hockeyfamilie im THC

1.-Mai- alle dabei, hieß es im THC auch in diesem Jahr wieder, aber es waren nur fast alle dabei. Einige THC-Aktive waren der Veranstaltung doch ferngeblieben, aus gutem Grund, wie sich herausstellen sollte, ihre Vorahnung über die Schwächen des Turnieres war jedenfalls nicht unbegründet.
Das Buffet war in diesem Jahr erstens nicht vom Edel-Italiener und bestand zweitens schon nach zwei Stunden nur noch aus ein wenig Rohkost und Wasser vom Aldi.
Wer hoffte, sich mit neuen Hockeyklamotten eindecken zu können, bekam lediglich überteuerte Second-Hand-Ware.
Auch die grenzwertigen Mannschaftsnamen sorgten wieder für viel Diskussionsstoff. Unter dem Motto Körperkult fanden sich Mannschaften wie die „schwabbeligen Bäuche“ (eine treffende Beschreibung des Kapitäns Mio Pütz), „die operierten Brüste“ („ekelhaft“ wie Mannschaftsmitglied Noemi M. (10) befand – bleibt zu hoffen, dass sie dies in 10 Jahren auch noch so äußert), oder die kupierten Schwänze, was natürlich eine ungehörige Lobhudelei auf in Deutschland verbotene, tierquälerische Praktiken der Hundezucht darstellt. Und dann war auch noch der „linke Flügel“ eingeladen, der „rechte Flügel“ hingegen nicht, aber wessen linker Flügel war das eigentlich, der der SPD oder der CDU oder der des Steinadlers oder der von Mike Krügers Nase?
Das Wetter, naja, ein bisschen viel Sonne, wenig Regen, der Platz folglich staubtrocken, was sich merklich auf die Qualität der Spiele durchschlug.
Überhaupt die sportlichen Aspekte: Die Mannschaften waren mal wieder total unfair, 22 von 30 Teams mussten bereits vor dem Viertelfinale die Heimreise antreten. Je länger das Turnier dauerte, desto verzweifelter wurden die Nachfragen am Tisch der Turnierleitung von den Teams, die vier von fünf Spielen verloren hatten, ob man jetzt noch weiterkommen könne und wie hoch man dann gewinnen müsse.
Immerhin konnte in diesem Jahr verhindert werden, dass eine der drei Haubrich-Sisters das Finale erreicht, was nach drei Jahren in Folge das Quadrupel (oder so ähnlich) bedeutet hätte. Auch konnte keiner der Vorjahressieger, den Goldkettchen (Tim Engels, Paul Lux, Luise Arenz, Malin Haubrich, Lily Jones und Mia Blümel) den Triumph wiederholen, letztere beiden gehörten zu denen mit düsterer Vorahnung und waren erst gar nicht angetreten.
Und dann natürlich die katastrophalen Schiedsrichterleistungen und ehrgeizigen Eltern. Bereits in der Vorrunde sorgte der unbeteiligte Vater Maize K. für einen Skandal, als er bei einem Torschuss von Luise A. aufs Feld stürmte und den Ball mit dem Fuß abwehrte.
Auch Jonathan Winkel versuchte mehrfach, mit juristischen Winkelzügen vor dem Schiedsgericht eine Umdeutung der Ergebnisse herbeizuführen, leider vergeblich.
Im Finale zwischen den „schiefen Zähnen“ und den „blauen Schienbeinen“, welche sich von allen Experten völlig unbemerkt als drittbester Zweiter knapp ins Viertelfinale gemogelt hatten und dann erst richtig durchstarteten, folgte dann der Höhepunkt des Versagens der Schiedsrichter. Weder Torlinienrichter noch Vierter Offizieller hatte bemerkt, dass die „schiefen Zähne“ vor dem Spiel heimlich die gegnerischen Tore vergrößert hatten und dann auch noch ihre Penalties auf das größere der beiden Tore ausführten. Strittige Stockfouls, die konsequent nur gegen die „blauen Schienbeine“ gepfiffen wurden, taten ihr übriges, dass die „schiefen Zähne“ das Spiel samt Süßigkeitenpokal knapp für sich entscheiden konnten und die Spieler Henri B. (im BVB-Trikot) und Leo K. (im FC Bayern-Trikot), beide Namen vom Verfasser geändert, in Tränen aufgelöst den Platz verließen. Schon am Tag danach kursierten bei Twitter Fotos, die beide Spieler gemeinsam in ihrem ganzen Elend zeigten. BVB und Bayern als gemeinsame Verlierer, wann hat es das zuletzt gegeben?
Das Siegerteam hingegen feierte ausgelassen den Triumph: Ben Engels, Ole Pechmann, Marc Kühne, Louis Andes, Lotte Schabacker, Josefine Ley, Sylke Blauw.
An den Stammtischen hingegen wurde längst diskutiert, was nun ein gutes 1.Mai-Team ausmacht? Die Theorie, dass ein guter C-Knabe entscheidend sei, wurde von Josefine Leys Leistung entkräftet, auch die Theorie eines spielstarken und ehrgeizigen Kapitäns konnte nach Ben Engels`Auftritt, der vor allem mit lockeren Sprüchen auffiel, nicht gehalten werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass sowieso alles abgekartet war und der Sieger schon vor Turnierbeginn feststand. Allen Misständen zum Trotz, es wird auch 2017 ein 1. Mai-Turnier im THC geben.

Marc Boden

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