THC-Hockeyherren können Ligaprimus SW Köln beim 3:7 lange Zeit Paroli bieten 

Kapitän Daniel Franken hatte den THC-Anhängern nach dem unglücklich verlaufenden Doppelspielwochenende einen versöhnlichen Jahresabschluss in der letzten Partie gegen SW Köln versprochen. Entsprechend erwartungsvoll waren die 300 Zuschauer in der Gladbacher Stadionhalle, darunter 50 Fans der Gastmannschaft. Der Tabellenführer der 2.Hockeybundesliga ging hoch motiviert in diese Begegnung, schließlich hatte man nach eigenem Bekunden gegen die Bergischen‚ noch eine Rechnung offen‘, womit die schmerzhafte 4:6-Heimniederlage gemeint war, mit der der THC den Schwarz-Weißen vor einem Jahr die Weihnachtsfeier verdorben hatte.

Die Domstädter spielten von Anfang an starkes Pressing und griffen die THC-Verteidiger mit drei Offensivkräften bereits in deren eigener Hälfte an. Nicht überraschend deswegen der 0:1-Rückstand in der 4.Minute nach kurzer Ecke durch den SW-Spezialisten Marius Gemmel. Aber die Rot-Weißen waren keineswegs bereit sich ihrem Schicksal zu ergeben und besannen sich auf ihr Angriffspotential. Der an diesem Tag blendend aufgelegte Nicolas Külschbach markierte nur zwei Zeigerumdrehungen später den Ausgleich, bevor SWK den alten Ein-Tore-Abstand in der 11.Minute zum 1:2 wiederherstellen konnte. Spätestens jetzt war es ein erstklassiges und hochdramatisches Spiel von beiden Seiten. Während auf Kölner Seite Jonas Holtmanns die Akzente setzen konnte, war es beim THC in der 15.Minute erneut Nicolas Külschbach, der nach einem phantastischen Solo zum erneuten Gleichstand einnetzte. Das Gladbacher Publikum stand nun wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft und registrierte in diesem ungemein laufintensiven und schnellen Spiel ein Chancenplus für den THC. Nach schöner Vorarbeit von Leonard Mombauer krönte Matthias Dhein diesen Sturmlauf in der 20.Minute mit seinem Treffer zur 3:2-Führung, die auch noch bis zum Halbzeitpfiff Bestand haben sollte.

In der Pause gab es von Coach Marc Boden natürlich nur lobende Worte für die mit Abstand beste Halbzeit der Saison. Dennoch musste er natürlich auch etwas auf die Euphorie-Bremse treten, schließlich waren erst 30 Minuten gespielt. Die Gäste kamen mit der gleichen Einstellung aus der Kabine wie zu Spielbeginn, griffen erneut früh an und bekamen zwei Minuten nach Wiederanpfiff eine kurze Ecke zugesprochen, die sie zum Ausgleich nutzen konnten. Im Vergleich zur ersten Hälfte hatte die Begegnung nun ein wenig an Fahrt verloren, was den Kölnern entgegenkam um sich besser in Szene zu setzen. Routiniert überstanden sie das Powerspiel der Gladbacher bei eigener Unterzahl und konnten sich wieder vollzählig bis zur 53. Minute eine 5:3-Führung herausarbeiten. Der THC versuchte nun sein Heil in der künstlichen Überzahl und nahm den bis dahin stark haltenden Keeper Jan Mertens zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Platz. Diese Maßnahme erwies sich in diesem Fall jedoch als Fehlgriff, denn der Aufstiegsaspirant für die 1.Bundesliga aus Niehl hatte auch hier Antworten parat, ließ die Gladbacher bei diesem Versuch alt aussehen und markierte binnen zweier Minuten den 7:3-Endstand.

„Bei einer 3:7-Niederlage von unserem besten Saisonspiel zu sprechen, mag vielleicht nicht sonderlich glaubwürdig klingen, aber die Leistung meiner Mannschaft speziell in der 1.Hälfte war schlicht sensationell“, so Trainer Marc Boden unmittelbar nach dem Abpfiff. „In den zweiten 30 Minuten haben wir dieses Niveau vielleicht nicht ganz halten können, aber die letzten beiden Gegentore fielen aber auch in der absoluten Schlussphase, wo wir alles oder nichts gespielt haben, aber letztlich brutal bestraft wurden.“ Wahrscheinlich hätte der THC in dieser Form an diesem Tag jeden anderen Gegner in der Liga geschlagen nach Hause geschickt, aber eben nicht SW Köln. So blicken die THC-Verantwortlichen zuversichtlich auf die Rückrunde ab Januar nächsten Jahres, wo es nochmal 15 Punkte zu verteilen gilt.

Kader:
Jan Mertens – Tobias Scheibe / Tim Engels / Jeremias Pütz / Daniel Franken – Matthias Dhein (1) / Lennart Hollweg / Nicolas Külschbach (2) – Leonard Mombauer / Jan Eric Scherbarth / Lasse Hollweg

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